Tel Aviv. Der lang erwartete US-Friedensplan im Nahostkonflikt sieht nach einem Bericht des israelischen Fernsehens die Hauptstadt eines Palästinenserstaates in Ost-Jerusalem. Außerdem sollten rund 90 Prozent des Westjordanlandes das Gebiet dieses Staates bilden, berichtete das Fernsehen. Der US-Nahostgesandte Jason Greenblatt bezeichnete den Bericht auf Twitter als "nicht akkurat".

Israel hatte 1967 im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute mehr als 600.000 israelische Siedler in mehr als 200 Siedlungen.

Große Siedlungsblöcke im Westjordanland sollen dem Bericht zufolge zu Israel gehören. Kleinere sollten nicht weiter ausgebaut werden. Kleine Siedlungen sollten evakuiert werden. Die Palästinenser sollen Gebiete zur Kompensation aus Israel erhalten.

Jerusalem soll dem Bericht nach geteilt werden. Israels Hauptstadt solle West-Jerusalem und Teile von Ost-Jerusalem umfassen. Die meisten arabischen Viertel in Ost-Jerusalem sollten allerdings die Hauptstadt des Palästinenserstaates bilden. Die Palästinensische Autonomiebehörde unter Präsident Mahmoud Abbas hat aktuell ihren Sitz in Ramallah im nördlichen Westjordanland.

Die Jerusalemer Altstadt, die im Ostteil liegt, mit ihren heiligen Stätten für Juden, Christen und Muslime solle unter israelische Staatshoheit fallen. Allerdings solle das Gebiet mit den Palästinensern, Jordanien und eventuell weiteren Staaten gemeinsam verwaltet werden.

Ein Sprecher von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Ein Sprecher von Abbas reagierte ablehnend: "Jeder Plan, der nicht die Schaffung eines unabhängigen Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 mit Ost-Jerusalem als seiner Hauptstadt beinhaltet, ist dazu verdammt zu scheitern."