Seoul. Südkorea und Österreich wollen ihre Zusammenarbeit und den bilateralen Austausch weiter stärken - auf wirtschaftlicher Ebene aber auch in Wissenschaft und Forschung. Das haben Bundeskanzler Sebastian Kurz und sein südkoreanischer Amtskollege Lee Nak-yeon am Donnerstag bei Gesprächen in Seoul deutlich gemacht. Lee sprach von einem "weiteren Ausbau", Kurz von "sehr viel Luft nach oben".

Hinter China und Japan bildet das 50-Millionen-Einwohner-Land den drittgrößten Markt für Exportgüter und -dienstleistungen österreichischer Firmen in Asien. 2017 stiegen die Ausfuhren nach Südkorea, begünstigt auch von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang, auf 1,3 Milliarden Euro - um satte 51,6 Prozent mehr als noch 2016. Im Vergleich dazu: Nach China exportierten österreichische Unternehmen 2017 in einem Volumen von 3,7 Milliarden Euro.

Lee wünschte sich bei einem gemeinsamen Auftritt mit Kurz vor der Presse, bei dem keine Journalistenfragen zugelassen waren, einen "balancierten" Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Lee verwies auf Investitionen koreanischer Firmen in den Hochtechnologie-Bereich in Österreich, etwa das autonome Fahren. Angesichts dessen sollten auch die österreichischen Investitionen in Südkorea steigen, hoffte Lee. Kurz, der trotz mehr als 125 Jahren diplomatischer Beziehungen den ersten offiziellen Besuch eines österreichischen Kanzlers in Südkorea absolvierte, sah vor allem "großes Potenzial" bei der Kooperation in den Feldern Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sowie im wechselseitigen Tourismus.