Denn Teheran zeigt sich trotz der vielen "Zuckerl", die der Westen offeriert, unbeeindruckt. So konnte weder die Ankündigung der USA, erstmals nach 27 Jahren unter Vorbedingungen direkte Gespräche mit Teheran führen zu wollen, noch das Angebot Washingtons, als Gegenleistung für einen Urananreicherungs-Stopp die Sanktionen teilweise aufzuheben, Ayatollah Ali Khamenei davon abhalten, am 17. Todestag von Revolutionsführer Ayahtollah Khomeini abermals mit der Ölkeule zu drohen. Sollten die USA einen Militäreinsatz beginnen, werde die Energieversorgung aus der Region "ernsthaft gefährdet", sagte das geistliche Oberhaupt des Iran vor mehreren tausend Menschen am Sonntag südlich von Teheran.

Khamenei rief sein Land zur Standfestigkeit im Atomstreit auf. Der Iran dürfe angesichts von "feindlichen Drohungen" und "Bestechungsangeboten" nicht auf "wissenschaftliche Fortschritte" verzichten. "Wir haben zahlreiche wissenschaftliche Fortschritte erzielt", sagte der Ayatollah. Diese "kostbare Ressource" dürfe nicht aufgegeben werden.

Irans Präsident Mahmoud Ahmadi-Nejad ergänzte, der Iran werde neue Vorschläge prüfen, beharre jedoch auf seinem Recht der Urananreicherung. Solana, der gestern in Teheran angekommen ist, fordert als Vertreter des Westens aber im Kern genau die Aufgabe dieses Prozesses.

Ein Versuch der US-Außenministerin Condoleezza Rice, die jüngsten Drohungen Teherans herunterzuspielen, schlug fehl. Der Iran sei sehr abhängig von seinen Einkünften aus Erdölverkäufen, sagte Rice am Sonntag in einer Talk-Show des US-Fernsehsenders Fox News. Rund 80 Prozent des iranischen Haushaltes stammten vom Erdöl und damit entstünde für das Land ein sehr ernsthaftes Problem, wenn es die Öllieferungen stoppen würde.

Die Ölmärkte sahen dies differenzierter. Nach der erstmaligen Andeutung des Iran, im Atomstreit mit dem Westen möglicherweise Öl doch als Waffe einzusetzen, stieg der Ölpreis sofort an. Leichtes US-Öl verteuerte sich im frühen Handel am Montag um rund einen Dollar auf 73,35 Dollar (57,24 Euro) je Barrel (knapp 159 Liter).

Indes verdichten sich wegen einem möglichen WM-Besuch von Irans Staatschef Ahmadi-Nejad nun die Hinweise, dass der Präsident nach Deutschland kommen möchte, wenn die iranische Nationalmannschaft die Vorrunde übersteht. Als Staatsoberhaupt braucht er kein Visum. Mit deutlicher Zurückhaltung reagierte die deutsche Bundesregierung auf die Ankündigung des Präsidenten.