Die Einheitsregierung in Simbabwe ist in der Krise - nun soll Südafrikas Präsident Jacob Zuma vermitteln. Er ist am Dienstag zu einem dreitägigen Besuch nach Simbabwe aufgebrochen. Dort provoziert Präsident und Langzeitherrscher Robert Mugabe von der Zanu-PF immer wieder seinen Koalitionspartner, Premier Morgan Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC).

Laut Menschenrechtlern greifen die Milizen Mugabes politische Gegener an. Kürzlich entmachtete Mugabe vier MDC-Minister und übertrug ihre Kompetenzen an Kabinettsmitglieder der Zanu-PF. Den Protest Tsvangirais ignorierte Mugabe. Tsvangirai wehrt sich auch gegen ein umstrittenes neues Gesetz: Demnach sollen künftig größerer Firmen zu mindestens 51 Prozent schwarzen Simbabwern gehören. Analysten warnen, dass dieses Gesetz Investitionen in dem wirtschaftlich darniederliegenden Land noch unattraktiver macht.

Tsvangirai, der lange in der Opposition war, drohte schon öfters, die Zusammenarbeit mit Mugabe zu beenden. Es wird nun erwartet, dass Zuma versuchen wird, die Streitparteien zu versöhnen. Denn ein Zusammenbruch der Koalition könnte zu Unruhen führen. Und eine derartige Situation in einem Nachbarland will Zuma kurz vor der Fußball-WM in Südafrika unbedingt verhindern.