Das alles geschah Ende der 1970er Jahre. Dann wurde der Diktator Macias Nguema gestürzt. Der neue Staatschef Teodore Obiang versprach Demokratie. Der Autor Bacheng kam frei und arbeitete als Journalist. Doch 1990 musste er nach Europa fliehen, weil er abermals um sein Leben fürchtete.

Obiang ist bis heute an der Macht, und an den diktatorischen Verhältnissen hat sich in dem 500.000-Einwohner-Land nichts geändert. Die Opposition wird weiter brutal unterdrückt und verfolgt.

Was sich geändert hat, ist aber das internationale Ansehen des Landes. Lange Zeit galt Äquatorialguinea als geächteter Schurkenstaat. In den 1990er Jahren wurden dann große Erdölvorkommen gefunden. Der Schurken- wurde zum Partnerstaat und Obiang von der Ex-US-Außenministerin Condoleezza Rice als "guter Freund" bezeichnet. Westliche Konzerne investieren mittlerweile im großen Stil in Äquatorialguinea. "Obiang ist für die ausländischen Unternehmen der richtige Mann, weil er die Ressourcen des Landes zur Verfügung stellt", sagt Bacheng. "Er ist ein Diktator, der die Konzerne nicht stört, sondern nur die eigene Bevölkerung unterdrückt."

Und der sich schamlos und durch Korruption bereichert. Obiangs Clan lässt sich prächtige Villen bauen und hat im Ausland millionenschwere Konten. Im Zentrum der Hauptstadt Malobo fehlt hingegen die Stromversorgung, berichtet der österreichische Filmemacher Mischa G. Hendel, der das Land besucht hat. Der Großteil der Bevölkerung lebt in bitterer Armut.

Hendel hat in seinem jüngsten Film Literaten aus Äquatorialguinea zu Wort kommen lassen. Und er musste dabei viel durch Europa reisen. Denn die Geschichte des Exilanten Bacheng ist typisch für diejenigen, die sich mit der Diktatur in Äquatorialguinea nicht abfinden wollen.

Der Film "Voces literarias de Guinea Ecuatorial" wird OmU am So, 6. Dezember, im Top Kino um 16 Uhr im Rahmen des Festivals "This Human World" gezeigt