Harare. (reu/red) Robert Mugabe will seine Macht erhalten - notfalls auch mittels eines Putsches. Seine Kriegsveteranen stünden bereit, um einen Oppositionssieg bei der Wahl in zwei Wochen zu verhindern, polterte Simbabwes Präsident auf einer Kundgebung nördlich von Harare, wie die staatliche Zeitung "The Herald" berichtet.

Am 27. Juni muss sich der seit 28 Jahren an der Staatsspitze stehende 84-Jährige einer Stichwahl gegen Oppositionsführer Morgan Tsvangirai stellen. Unter rechtsstaatlichen Bedingungen würde Mugabe diesen Urnengang haushoch verlieren. Um dies zu verhindern, hat das Regime in den vergangenen Wochen eine regelrechte Hetzjagd auf Anhänger und Mitglieder der Bewegung für einen demokratischen Wandel (MDC) veranstaltet. Mindestens 66 Sympathisanten wurden von Sicherheitskräften und den gefürchteten Veteranenverbänden der Mugabe-Partei Zanu-PF ermordet, Tausende verprügelt und 25.000 Tsvangirai-Anhänger aus ihren Häusern vertrieben.

Auch die Oppositionsführung bleibt nicht verschont. Am Donnerstag war Tsvangirai zum viertel Mal vorübergehend festgenommen worden. Hinter Gittern landete an dem Tag auch MDC-Generalsekretär Tendai Biti nach seiner Rückkehr aus Südafrika. Am Freitag beschlagnahmte die Polizei am Freitag zwei Wahlkampfbusse der MDC.

Aufruf zu Gewaltstopp

In einem offenen Brief, der am Freitag veröffentlicht wurde, forderten 40 ehemalige afrikanische Präsidenten und hohe Würdenträger eine faire und freie Stichwahl und die Zulassung unabhängiger Wahlbeobachter - unter ihnen Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu. Das Schreiben endet mit der Aufforderung an Mugabe, Gewalt und Einschüchterung einzustellen.

Die USA forderten den UNO-Sicherheitsrat auf, sich unverzüglich mit der kritischen Lage in dem Land zu befassen. UNO-Nothilfekoordinator John Holmes warnte vor einer humanitären Katastrophe in dem völlig herabgewirtschafteten Land. Vier Millionen Simbabwer - ein Viertel der Bevölkerung - bräuchten dringen internationale Hilfe.