In Zeiten, in denen der iranische Präsident Ahmadi-Nedjad zur Zerstörung Israels aufruft oder Israel ins österreichisch-deutsche Grenzgebiet verlegen möchte, stellt eine solche Doppelmitgliedschaft einen brisanten Umstand dar.

IKG-Anwalt als Mitglied der Iran-Gesellschaft

Laut OIG-Homepage ist Lansky für die OIG Vertrauensanwalt in Wien - der Eintrag ist allerdings mittlerweile vom Netz genommen. Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" bestreitet Lansky eine Verbindung zur OIG: "Ich bin kein Mitglied und war nie Mitglied der OIG." Auf die Homepage sei er nur durch ein "Missverständnis" gekommen. "Da hat mich irgendjemand hingeschrieben," so Lansky.

Neben dem Homepage-Eintrag liegt der "Wiener Zeitung" jedoch auch ein E-mail Lanskys vor, in dem er, auf die Causa angesprochen, schreibt: "Ich übe keinerlei Vorstandsfunktion in der OIG aus. Ich bin lediglich Mitglied dieser Organisation und vertrete sie als Anwalt."

Gesichert ist jedenfalls, dass der umtriebige Anwalt zumindest einmal, im Mai 2004, Mitglied einer Wirtschaftsdelegation in den Iran gewesen ist. Angeführt wurde die Gruppe von den damaligen FPÖ-Spitzen Jörg Haider, Hubert Gorbach und Herbert Scheibner.

Lansky ist offenbar für brisante Tätigkeiten zu haben. So hat er sich als Anwalt mit der Verteidigung Udo Prokschs während des Lucona-Skandals erste Sporen verdient. Heute vertritt er immer wieder die SPÖ und deren nahe stehende Organisationen und ist als Aufsichtsrat und Gesellschafter eng mit dem SPÖ-Firmennetzwerk verwoben. Gemeinsam mit SPÖ-Justizsprecher Johannes Jarolim wird Lansky auch als Justizminister für die Zeit nach der nächsten Nationalratswahl gehandelt.

Lansky ist auch Anwalt der IKG und war als solcher Teilnehmer bei den Restitutionsverhandlungen. Der Vorsitzende der IKG, Ariel Muzicant, zeigt sich wenig beeindruckt vom Engagement Lanskys in einer Organisation, die freundschaftliche Beziehungen mit einem Land unterhält, das zur Vernichtung Israels aufruft. "Ich habe mit Lansky darüber gesprochen. Er hat gesagt, er ist kein Mitglied und was früher einmal war, interessiert mich nicht. Das Thema war auch nie auf der Tagesordnung des Kultusrates," so Muzicant.

Mitgliedschaft als

Thema im Kultusrat

Seine Kultusratskollegin Renate Erbst konkretisiert jedoch: "Auf der Tagesordnung war es zwar nie, aber wir haben darüber im Kultusrat gesprochen." Sie habe aber noch nicht die Möglichkeit gehabt, darüber persönlich mit Lansky zu sprechen. "Für mich ist das Thema aber noch nicht erledigt," so das Vorstandsmitglied der Kultusgemeinde.

Der österreichische Handelsdelegierte in Israel, Franz Bachleitner, wusste von der Doppelmitgliedschaft Lanskys, wollte sie aber nicht näher kommentieren. Nur: "Jeder vernünftige Geschäftsmann wird sich von den Äußerungen des iranischen Präsidenten distanzieren müssen."

Ronny Unger-Klein, Sprecher des Österreichisch-Israelischen Wirtschaftsklubs (AIBC) macht es noch deutlicher: "Ich frage mich schon, wie die Mitgliedschaft in der iranischen Gesellschaft und in der israelischen Handelskammer vereinbar sein sollen." Neben dem Streit über diese vermeintliche Unvereinbarkeit, hat auch die mangelnde Aktivität Lanskys zum Austritt zahlreicher AICC-Mitglieder und zur Gründung des AIBC, geführt. "Er (Lansky, Anm.) hat die AICC einschlafen lassen. Er verwendet sie nur als Bühne und Spielwiese für seine Parteigenossen", so ein unzufriedenes AICC-Mitglied.

Für Lansky ist das Thema "an Belanglosigkeit nicht zu überbieten". Auch lässt er sich durch die AIBC-Konkurrenz nicht aus der Ruhe bringen. Es gebe zwar zwei Vereine, aber der AIBC hätte überhaupt keine Kontakte und keine Bedeutung. Beim Amtsantritt Lanskys als AICC-Präsident im Jahr 2002 hatte die Organisation 230 Mitglieder. Heute sind es 70.