Wien. 2001 wurde Mustafa Ait Idir in Bosnien von US-Soldaten festgenommen, 2008 kam er wieder frei. Dazwischen lag ein quälender Aufenthalt im US-Gefangenenlager Guantanamo, der den gebürtigen Algerier schwer gezeichnet hat. Terroristische Ambitionen konnten nicht im Ansatz nachgewiesen werden, doch das habe die USA in der allgemeinen "Terror-Hysterie" nach 9/11 nicht gekümmert, kritisierten der Völkerrechtsexperte Manfred Nowak und der Diplomat Wolfgang Petritsch bei einer Pressekonferenz in Wien.

Beide unterstützen das Projekt "Einmal Guantanamo - immer Guantanamo?", mit dem unschuldigen Ex-Häftlingen ein Wiedereinstieg in die Gesellschaft ermöglicht wird. Das Projekt wurde vom Ludwig Boltzmann Institut initiiert, auf der Homepage www.respekt.net kann man das Projekt finanziell unterstützen. Der frühere IT-Experte Mustafa Ait Idir etwa, der keine Aussicht auf einen Job hat, soll Inhaber eines Copyshops im Zentrum von Sarajevo werden. Bis dato hat sich Österreich nicht durch Hilfsbereitschaft hervorgetan. Die Aufnahme von Guantanamo-Häftlingen sei seinerzeit an einem Veto von Ex-Außenministerin Ursula Plassnik und Ex-Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) gescheitert, berichtet Nowak.