Manzenreiters personelles Reformpaket fand im Landesparteivorstand Dienstag Abend keine Mehrheit: Er hatte das Ausscheiden von LHStv. Herbert Schiller und Landesrat Adam Unterrieder zur Bedingung

für sein Verbleiben an der Parteispitze gemacht.

Erst am 23. April dieses Jahres war Manzenreiter zum Kärntner SP-Chef und Nachfolger von Michael Ausserwinkler gewählt worden · Bundeskanzler Viktor Klima war maßgeblich an seiner Installierung zum

Landesparteivorsitzenden beiteiligt.

Gestern betonte Klima, Manzenreiters Rücktritt dürfe nicht zu einem Stillstand des Erneuerungsprozesses der Kärntner SPÖ führen.

Erster Schritt zur Erneuerung

Einen ersten wesentlichen Schritt zur Konsolidierung und Erneuerung setzte am Mittwoch Trunk: Sie ersuchte die als "Parteirebellen" geltenden Bürgermeister der Bezirksstädte Wolfsberg, St.

Veit/Glan und Spittal/Drau, Gerhard Seifried, Gerhard Mock und Gerhard Köfer, als kooptierte Mitglieder mit Sitz und Stimme dem Landesparteivorstand beizutreten. Die drei Gemeindeoberhäupter galten

als schärfste Kritiker Manzenreiters.

Mock und Köfer zeigten sich sehr erfreut über das Angebot der geschäftsführenden Parteivorsitzenden. Seifried reagierte mit "Kein Kommentar".

Schiller, Unterrieder bleiben

Schiller und Unterrieder, deren Ausscheiden aus der Regierung von Manzenreiter gefordert worden war, bleiben laut Trunk "vorerst" in ihren jetzigen Funktionen.

Der stellvertretende Vorsitzende der Bundes-SPÖ, Nationalratspräsident Heinz Fischer, zeigte sich "betroffen" über die schwere Krise in der Kärntner SPÖ. Er traue dieser jedoch zu, den Anlauf für

eine gute Politik zu schaffen.

Auch der SP-NÖ-Landesvorsitzende Innenminister Karl Schlögl sowie SPÖ-Bundesgeschäftsführer Andreas Rudas sehen die Krise als schweren Rückschlag, jedoch keine Auswirkungen auf die Bundespartei.

Kärntens Landeshauptmann, FPÖ-Chef Jörg Haider, meinte, jetzt trage die FPÖ die "alleinige Last, das Durchstarten Kärntens zu organisieren".

Binnen drei Monaten müsse jetzt ein SPÖ-Sonderparteitag über die künftigen personellen Weichenstellungen an der Spitze entscheiden. Den Erneuerungsprozess versucht Trunk schon jetzt zu starten · sie

sieht sich als "Krisenmanagerin".

Jedoch lässt sie offen, ob sie sich um die Nachfolge Manzenreiters bewerben wird, erklärte sie Mittwoch Nachmittag.

Der Geschäftsführerin ist es inzwischen gelungen, Reinhart Rohr · er hatte am Vormittag bekannt gegeben, mit 1. Dezember die Funktion des geschäftsführenden Klubobmannes zurückzulegen · zum

Weitermachen zu bewegen. Rohr habe zugesagt, zumindest bei der Budgetdebatte diese Funktion auszuüben.