Auch im direkten Vergleich der Spitzenkandidaten schnitt Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) nach der Wahlanalyse besser ab als sein SPD-Konkurrent Richard Dewes. Bei einer Umfrage am Wahltag

bescheinigten 71 Prozent Vogel die stärkere Führungspersönlichkeit, bei Dewes waren es nur elf Prozent.

Etwas weniger als zwei Drittel der Thüringer glaubten ausserdem, dass Vogel Thüringen voran bringt, während nur 18 Prozent seinen Konkurrenten dafür für geeignet hielten. Auch beim wirtschaftlichen

Sachverstand schlug Vogel mit 61 Prozent Dewes mit neun Prozent um Längen. Annähernd gleichauf lagen die Spitzenkandidaten bei sozialen Fragen.

Der SPD-Fraktionschef im Thüringer Landtag, Frieder Lippmann, stellt indes seinen Posten zur Verfügung. Dies sei eine "absolut private Entscheidung", sagte der Politiker am Montag in Erfurt. Er

strebe nun das Amt des wirtschaftspolitischen Sprechers der Fraktion an. Die Wahlschlappe sei nicht Dewes anzulasten. "Wir hätten auch mit einem anderen Kandidaten nicht gewonnen, da die Wahl von der

Bundespolitik entschieden worden ist", sagte Lippmann.