Düsseldorf, Köln, Frankfurt/Main, Stuttgart und Hamburg kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Dutzende von Kurden wurden in Gewahrsam genommen.

Viele Fragezeichen

Öcalan war nach monatelanger Flucht am Montag nach Verlassen der griechischen Botschaft in Nairobi, wo er sich nach griechischen Angaben seit dem 2. Februar aufhielt, verhaftet worden. Der

türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit gab am Dienstag bekannt, daß der PKK-Führer in einer "Geheimoperation" unverletzt festgenommen worden sei. Unter welchen Umständen Öcalan von Kenia in die

Türkei gelangte, sagte er nicht. Ob die Festnahme in Nairobi erfolgte, wollte Ecevit nicht bestätigen.

Kenia wies indes jede Veantwortung für die Verschleppung des Kurdenführers in die Türkei zurück. Sein Land hätte einer Auslieferung des PKK-Chefs nicht zugestimmt, erklärte Außenminister Bonaya

Godana in Nairobi. Seine Regierung habe Griechenland lediglich aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, daß der PKK-Chef das Land wieder verlasse.

Die griechische Regierung hatte nach eigenen Angaben von einem anderen afrikanischen Staat die Zusage erhalten, den PKK-Chef aufzunehmen. Regierungssprecher Dimitris Reppas erklärte in Athen, der

zwölftägige Aufenthalt des Kurdenführers in der griechischen Botschaft in Kenia sei eine "provisorische Lösung" gewesen.

Der griechische Außenminister Theodoros Pangalos teilte mit, Öcalan sei in Nairobi auf dem Weg zum Flughafen "verschwunden", von wo aus er in die Niederlande fliegen wollte. Der PKK-Chef habe

sich gegen den Ratschlag der griechischen Diplomaten entschlossen, mit keniatischen Begleitern zum Flughafen zu fahren, sagte Pangalos. Griechische Diplomaten seien dem Konvoi zwar gefolgt, hätten

ihn aber aus den Augen verloren.

Mossad dementiert

Verwicklung

Israel hat jegliche Verwicklung des Geheimdienstes Mossad in die Verschleppung Öcalans aus Kenia kategorisch in Abrede gestellt. Das Büro Netanyahus wies in Jerusalem Agenturmeldungen zurück,

wonach der Mossad den türkischen Agenten bei der Jagd auf Öcalan "entscheidend" geholfen habe. Dies hatte die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf westliche Geheimdienstkreise gemeldet.

Öcalan sei unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus der griechischen Botschaft geholt und verschleppt worden, erklärte sein deutscher Anwalt Eberhardt Schultz im ARD. Athen hatte Öcalan nach den

Angaben von Pangalos eine Landeerlaubnis wegen Treibstoffmangels in Westgriechenland erteilt. Aus humanitären Gründen seien der Weiterflug nach Kenia und der vorübergehende Aufenthalt in der