Sanaa. Mit seinem Wahlversprechen konnte Jemens Präsident Ali Abdallah Saleh die Massenproteste gegen seine jahrzehntelange Herrschaft nicht eindämmen: Während der traditionellen Gebete nach Abschluss des muslimischen Fastenmonats Ramadan gingen, beflügelt vom Sieg der Oppositionellen in Libyen, am Dienstag im ganzen Land wieder zehntausende Gläubige auf die Straße, um dessen sofortigen Rücktritt zu fordern.

Der 69-Jährige hatte am Montagabend laut einem Bericht der jemenitischen Nachrichtenagentur Saba die Abhaltung von Präsidentschaftswahlen innerhalb von drei Monaten angekündigt. Bis dahin soll die Macht an Vize-Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi übergeben werden. Saleh, der offen ließ, ob er selbst wieder antritt, hält sich seit einem Attentat auf ihn Anfang Juni in Saudi-Arabien auf. Zwar hatte er Mitte August von einer baldigen Rückkehr gesprochen, die offizielle Machtübergabe an seinen Vize könnte aber ein Indiz dafür sein, dass er sich nun doch aus der Politik zurückzieht.