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Khartum. (klh) Sudans Regierung rund um Präsident Omar al-Bashir holt zum Schlag gegen die Opposition aus: Sie hat die politischen Aktivitäten der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) für illegal erklärt, was einem Verbot der stärksten Oppositionskraft gleichkommt. Der Schritt droht, bewaffnete Konflikte in dem Land anzuheizen.

Mittlerweile wurde offenbar auch die Jagd auf SPLM-Funktionäre eröffnet: Sicherheitsleute besetzten Büros der Partei, und SPLM-Generalsekretär Yasser Amman berichtete, dass mehrere Mitglieder im ganzen Land verhaftet wurden.

Das Verbot ist eine Reaktion auf bewaffnete Konflikte in den an den Südsudan angrenzenden Bundesstaaten Blauer Nil und Süd-Kordofan. In der Region Blauer Nil brachen in den vergangenen Tagen heftige Kämpfe zwischen der Armee und aufständischen Milizen aus. Die Rebellen sollen dem am Wochenende entlassenen Ex-Gouverneur der Region, Malik Agar, nahestehen. Und dieser ist ein hochrangiges Mitglied der SPLM.

In Süd-Kordofan wiederum kommt es bereits seit drei Monaten zu Gefechten zwischen der Armee und der SPLA, dem bewaffneten Arm der SPLM.

Die SPLM hat enge Verbindungen zu ihrer gleichnamigen Schwesterpartei im Südsudan, der sich Anfang Juli vom Sudan abgespalten hat. Dies gibt dem Verbot noch eine zusätzliche heikle Note, denn nun werden auch die Beziehungen zwischen dem Sudan und dem Südsudan einer schweren Belastungsprobe ausgesetzt.

Die in einer Eskalation bewaffneter Konflikte münden könnte. Aman, der Generalsekretär der SPLM im Sudan, drohte mit einem Zusammenschluss bewaffneter Gruppen aus Süd-Kordofan, Blauer Nil und auch Darfur. Der Sudan wirft dem Südsudan immer wieder vor, diese Rebellengruppen zu unterstützen. Aber auch der Südsudan beschuldigt ständig den Sudan, dass dieser Aufständische auf südsudanesischem Territorium unterstützt. Nun warnen Beobachter vor bewaffneten Stellvertreterkonflikten zwischen den beiden Staaten, die über Rebellen ausgetragen werden.

Dies würde die ohnehin schon in vielen Regionen katastrophale humanitäre Lage noch einmal verschärfen. Nach UN-Angaben flohen im Bundesstaat Blauer Nil allein aus der Stadt Kurmuk in den vergangenen Tagen 16.000 Menschen vor den Kämpfen. Auch in Süd-Kordofan wurden tausende Menschen vertrieben.