Washington. Die republikanische US-Politikerin Sarah Palin hat ihren Verzicht auf eine Präsidentschaftskandidatur erklärt. "Nach vielen Gebeten und ernsthaften Überlegungen habe ich entschieden, mich 2012 nicht um eine Nominierung der Republikanischen Partei zu bemühen", schrieb Palin am Mittwoch in einem Brief an ihre Anhänger. Sie führte persönliche Gründe an.

"Meine Familie hat absoluten Vorrang", schrieb die Politikerin, die 2008 an der Seite von John McCain in das Rennen um die Vize-Präsidentschaft gegangen war. Danach war sie zu einer der prominentesten Vertreterinnen der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung aufgestiegen.

Seit langem war spekuliert worden, ob die ehemalige Gouverneurin von Alaska gegen Präsident Barack Obama antreten will, der sich um eine zweite Amtszeit bemüht. Zuletzt hatte sie aber schon wenig Ambitionen auf eine Kandidatur erkennen lassen.

Palin lag hinter Romney
Palins Zustimmungswerte waren stark zurückgegangen. Sie lag klar hinter den aussichtsreichsten Kandidaten der Republikaner - dem ehemaligen Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, dem Gouverneur von Texas, Rick Perry, und dem Geschäftsmann Herman Cain.

"Cinderella geht nicht zum Ball, daher müssen sich die republikanischen Wähler für eine ihrer hässlichen Schwestern entscheiden", kommentierte der frühere Wahlkampfberater von Ex-Präsident George W. Bush und McCain, Mark McKinnon, den Verzicht Palins.

Die Politikerin erklärte in einem Fernsehinterview, sie sehe ihre Rolle in der Partei eher darin, andere Tea-Party-Vertreter zu unterstützen. "Ich denke, ich kann in dieser Aufgabe effektiver und aggressiver sein", ergänzte Palin. Die Politikerin hatte zuletzt kritisiert, dass ihr Privatleben zu sehr in den Medien ausgebreitet worden sei.

Erwarteter Schritt
Der Schritt Palins, nicht zu kandidieren, war von vielen Republikanern erwartet worden - vor allem, seit ihre Konkurrentin Michele Bachmann sich als Kandidatin der Tea-Party-Bewegung zunehmend profiliert. Es heißt, die strikt konservative Politikerin polarisiere die Amerikaner zu sehr. Republikanische Parteistrategen sehen jetzt aber auch eine Chance für andere Kandidaten, die sich mit Palin zusammentun könnten.