Washington. Fast neun Jahre nach dem Einmarsch in den Irak hat US-Präsident Barack Obama den Abzug aller Truppen bis Jahresende angekündigt. "Amerikas Krieg im Irak wird vorbei sein", sagte Obama am Freitag nach einer Videokonferenz mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki. Zuletzt hatten beide Regierungen noch über den Verbleib tausender US-Soldaten zur Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte verhandelt.

"Heute kann ich mitteilen, dass der Rest unserer Truppen wie versprochen bis zum Ende des Jahres heimkommt", sagte Obama, der im Wahlkampf 2008 mit dem Versprechen angetreten war, den Krieg im Irak zu beenden. Sein Vorgänger George W. Bush hatte im Frühjahr 2003 gegen heftigen internationalen Widerstand den Einmarsch in den Irak befohlen und Machthaber Saddam Hussein gestürzt. Fast 4500 US-Militärangehörige kamen seitdem ums Leben. Derzeit sind noch rund 39.000 US-Soldaten im Zweistromland stationiert.

Washington und Bagdad hatten 2008 ein Abkommen geschlossen, das den Abzug aller US-Soldaten bis zum 31. Dezember 2011 vorsieht. Bis zum Sommer 2010 hatten die USA bereits alle Kampftruppen heimgeholt. Angesichts der anhaltenden Gewalt im Irak führten beide Regierungen aber Verhandlungen über den Verbleib von US-Einheiten über das Abzugsdatum hinaus, die sich vor allem um die Ausbildung der einheimischen Sicherheitskräfte kümmern sollten. Das Pentagon unterstützte den Verbleib von bis zu 4000 US-Soldaten im Irak. Die Verhandlungen scheiterten nun aber offenbar daran, dass der Irak den US-Militärs keine vollständige Immunität gewähren wollte. Der US-Präsident sicherte der irakischen Bevölkerung aber auch für die Zukunft die Unterstützung der USA zu.