Juba.

(klh) Er war einer der bedrohlichsten Rebellen für den Südsudan: George Athor hatte die südsudanesische Armee immer wieder in Gefechte verstrickt, sein Aufstand kostete Dutzenden Menschen das Leben. Nun soll aber Athor selbst bei Kämpfen mit einer Grenzpatrouille getötet worden sein, berichtet die südsudanesische Regierung. Dies wurde aber noch nicht von einer unabhängigen Seite bestätigt.

Der Südsudan hat sich nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg erst Anfang des Jahres vom Sudan gelöst und für unabhängig erklärt. Und Athor war eigentlich einer der führenden Unabhängigkeitskämpfer in den Reihen der Befreiungsbewegung, die heute den Südsudan regiert. Doch dann sah er sich bei Wahlen um einen Gouverneursposten geprellt. Er startete eine Rebellion gegen die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLM).

Der Aufstand von Athor wirft ein Schlaglicht auf die Probleme, die dem jungen Staat bevorstehen könnten. Hatte der Wunsch nach Unabhängigkeit noch viele widerstreitende Interessen innerhalb der SPLM vereint, drohen nun immer mehr interne Konflikte aufbrechen.

Zudem sind die Beziehungen des Südsudans zum Sudan noch immer angespannt. Unklar ist etwa, wie die Öleinnahmen, von denen beide Länder abhängig sind, zukünftig genau aufgeteilt werden sollen. Im Südsudan befinden sich die meisten Ölfelder, doch durch den Norden verlaufen die Pipelines.

Außerdem kommt es im Grenzgebiet zwischen den beiden Staaten ständig zu Gefechten. Auf sudanesischer Seite kämpft dabei die Armee gegen Rebellen, die mit dem Südsudan sympathisieren. Zehntausende Menschen sind vor den Kämpfen in den Südsudan geflohen, der aber selbst bitterarm ist und die Flüchtlinge aus eigener Kraft nicht versorgen kann.

Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR hat daher am Dienstag eine Luftbrücke zwischen Kenia und dem Südsudan eingerichtet. Dadurch soll Hilfe für 50.000 Flüchtlinge geleistet werden, teilte UNHCR in Genf mit. Der erste der insgesamt 18 Flüge habe Nairobi am Dienstagmorgen mit zwölf Tonnen Hilfsgütern verlassen.

Die Maschine, die unter anderem Schlafsäcke, Moskitonetze, Kochutensilien und Kanister an Bord hat, flog den Flughafen von Malakal im Südsudan an. Von dort aus sollen die Güter auf der Straße zu den Flüchtlingen in der Grenzregion gebracht werden.