Begonnen hat der Weg zu freien Wahlen bereits zu Weihnachten 2008. Damals starb der langjährige Autokrat Lansana Contér. Sein unmittelbarer Nachfolger Moussa Dadis Camara war nicht weniger brutal. Seine Junta richtete im September 2009 bei der Niederschlagung einer Oppositionskundgebung in der Hauptstadt Conakry ein Blutbad an: Mehr als 150 Menschen starben. Außerdem wurden Massenvergewaltigungen und schwere sexuelle Misshandlungen ruchbar.

Doch nach einem Attentat, bei dem er schwer verwundet wurde, machte Camara im Dezember 2009 den Weg für den derzeitigen Juntachef Sékouba Konaté frei. Gemeinsam mit Zivilisten bildete dieser eine Übergangsregierung und verspricht für Sonntag die "freiesten Wahlen in der Geschichte Guineas".

Charismatiker-Präsident

Diese ist noch nicht allzu alt: Das Land wurde erst 1958 unabhängig, nachdem die Bevölkerung unter dem charismatischen ersten Präsidenten Ahmed Sékou Touré gegen die Zugehörigkeit zu der von General Charles de Gaulle gegründeten "Communauté francaise" votiert hatte. Nach dem Tod Sékou Tourés, der eng mit der Sowjetunion und der Volksrepublik China kooperiert hatte, übernahm dann das Militär die Macht.