Den Haag. Der Chefankläger am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) will für den kongolesischen Milizenführer Thomas Lubanga eine Haftstrafe "nahe an der Höchststrafe" von 30 Jahren beantragen. Dies teilte Luis Moreno-Ocampo am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Den Haag mit. Das Gericht hatte am Mittwoch im ersten Urteil seit seiner Gründung den 51-Jährigen schuldig gesprochen, im Osten der Demokratischen Republik Kongo Kindersoldaten zwangsrekrutiert und Kriegsverbrechen begangen zu haben. Die Kammer kam einstimmig zu der Überzeugung, dass der frühere Kommandant der Patriotischen Kräfte für die Befreiung des Kongo (FPLC) und mutmaßliche Gründer der Union Kongolesischer Patrioten (UPC) Kinder unter 15 Jahren rekrutiert und in einen bewaffneten Konflikt geschickt hat.