Juba/Khartum. Ein Tag, nachdem der sudanesische Präsident Omar Hassan al-Bashir dem Südsudan mit Krieg gedroht hatte, hat nun die Führung in Juba im Streit um das begehrte Heglig-Ölfeld eingelenkt und den Rückzug angekündigt.

Wie der südsudanesische Informationsminister Barnaba Benjamin am Freitag mitteilte, wurden die Truppen auf Befehl von Präsident Salva Kiir angewiesen, aus Heglig abzuziehen. "Der Abzug beginnt sofort und soll binnen drei Tagen abgeschlossen sein", erklärte er. Man wolle mit der Maßnahme den Weg für Verhandlungen um die Öllagerstätten freimachen, hieß es. Geht es nach dem Südsudan, soll nun ein internationales Schiedsgericht über die Zugehörigkeit des Territoriums entscheiden.

Zuvor hatten die Vereinten Nationen am Vorgehen des Südsudan scharfe Kritik geübt. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte die Besetzung als "Verletzung der Souveränität des Sudans und einen eindeutig illegalen Akt".

Khartum drohte mit Einmarsch


Präsident Al-Bashir, der wegen Kriegsverbrechen vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gesucht wird, hatte zuletzt auch seine Rhetorik deutlich verschärft: "Wer seine Hand auf den Sudan ausstreckt - wir werden sie abschneiden", sagte er. Das von einem chinesisch-sudanesischen Konsortium ausgebeutete Ölfeld im Süden des Sudans war vom Südsudan vor wenigen Tagen militärisch besetzt worden.