Den Haag. Das UNO-Kriegsverbrechertribunal für Sierra Leone hat den früheren liberianischen Präsidenten Charles Taylor wegen Kriegsverbrechen schuldig gesprochen. Der 64-jährige Taylor musste sich als erster ehemaliger Staatschef aus Afrika wegen Mordes, Vergewaltigung, Rekrutierung von Kindersoldaten und sexueller Ausbeutung während der Kriege in beiden Ländern verantworten. Er wurde nur in einigen Punkten schuldig gesprochen.

Taylor habe die Rebellen in Sierra Leone bewaffnet, um im Gegenzug sogenannte Blutdiamanten zu erhalten, urteilte das im niederländischen Leidschendam bei Den Haag ansässige Gericht am Donnerstag. Während des Bürgerkriegs in Sierra Leone wurden zwischen 1991 und 2001 etwa 120.000 Menschen getötet.

In dem Kriegsverbrecher-Prozess, der im Juni 2007 begann und unter anderem durch Zeugenaussagen des britischen Models Naomi Campbell sowie der US-Schauspielerin Mia Farrow Aufsehen erregte, war Taylor in insgesamt elf Punkten angeklagt. Er hat stets alle Vorwürfe zurückgewiesen und sich als Opfer einer internationalen Intrige dargestellt.