Die Anzeichen mehren sich, dass Israel mit einem Angriff auf iranische Atomanlagen ernst macht. Nach entsprechenden Gerüchten hat nun der US-Botschafter in Israel, Dan Shapiro erklärt, dass ein entsprechender Einsatz jederzeit möglich sei. Der Botschafter nannte eine diplomatische Lösung vorteilhafter wies aber darauf hin, dass die militärische Option ebenso gegeben sei.

Israel, das selbst im Besitz von Atomwaffen ist, fühlt sich durch das nukleare Programm in seiner Existenz bedroht. So gut wie niemand glaubt den Beteuerungen der iranischen Führung, dass es sich um ein Projekt zur friedlichen Nutzung von Kernenergie handle. Die ständigen Weigerungen des Iran, internationale Beobachter zu allen wesentlichen Stätten zuzulassen, sehen die Israelis als Bestätigung für ihren langjährigen Verdacht. Bereits 2005 wurde in Teheran per Gesetz beschlossen, dass der Iran die internationale Kontrolle seiner Atomanlagen jederzeit aussetzen darf.

Standorte der iranischen Anlagen - © Webmaster Wikipedia - Creative Commons
Standorte der iranischen Anlagen - © Webmaster Wikipedia - Creative Commons

Laut Experten existiert für einen Militärschlag nur ein enges Zeitfenster, da der Iran die meisten seiner Forschungseinrichtungen und Produktionsstätten in den Untergrund verlagern will, um sie zu schützen.

Nicht zuletzt sehen Beobachter in der soeben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu überraschend präsentierten Regierung der nationalen Einheit einen Hinweis auf einen baldigen Angriff. Die breit aufgestellte Regierung, der nun auch die bisherige Oppositionspartei Kadima angehört, kann die Verantwortung dafür wesentlich besser übernehmen als eine im Wahlkampf befindliche Regierung.

Und einen Wahlkampf kann sich Israel nach einem Militärschlag nicht leisten. Denn selbst bei erfolgreicher Vernichtung der strategischen Ziele im Iran muss das Land mit heftigen Attacken der vom Iran unterstützten libanesischen Hisbollah und der Hamas im Gazastreifen rechnen. Derartige Angriffe würden in erster Linie die Zivilbevölkerung treffen.