Tokio. Nun hat auch Japan seine erste Grüne Partei. Mit der Forderung nach einem sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie gründeten Lokalpolitiker und Bürgerinitiativen die "Midori no to" (Grüne Japan). Als Partei versprechen sich die Grünen vor allem von der neuen Welle des Anti-Atomprotests profitieren. Dieser formiert sich seit Monaten in Japans Metropolen Tokio und Osaka. Auslöser war das Reaktorunglück von Fukushima und die umstrittene Wiederinbetriebnahme von Atommeilern.

In der lange von industriepolitischen Interessen geleiteten japanischen Politik wollen Japans Grüne mehr Verständnis für Themen aus Umwelt und Demokratie erzeugen und ihren Vorbildern in Europa folgen. Im Zentrum des Programms stehen neben dem Atomausstieg vor allem der systematische Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Reduzierung des japanischen CO2-Ausstoßes. Während erneuerbare Energien lediglich einen Anteil von rund drei Prozent an der Energieproduktion ausmachen, produzierten vor Fukushima mehr als 50 Atomreaktoren knapp 30 Prozent der japanischen Energie.

Die neue Partei will bei den im nächsten Jahr anstehenden Oberhauswahlen zehn Kandidaten ins Rennen zu schicken. Mehr Kandidaten könne sich die junge Partei aufgrund der knappen Finanzen derzeit nicht erlauben, sagte Hitoshi Nakayama, eines der vier Gründungsmitglieder.