Kleine Inseln, große Auswirkungen. Jahrzehnte alte Ressentiments zwischen China und Japan brechen wieder auf. - © APAweb/REUTERS/Kyodo
Kleine Inseln, große Auswirkungen. Jahrzehnte alte Ressentiments zwischen China und Japan brechen wieder auf. - © APAweb/REUTERS/Kyodo

Tokio/Peking. Im Streit zwischen China und Japan um die unbewohnte Inselgruppe im ostchinesischen Meer gibt es neue Spannungen. Zwei Kontrollschiffe des chinesischen Militärs fuhren nach Angaben der japanischen Küstenwache am Montag in die Zone der Inseln ein, die Japan als sein Hoheitsgebiet betrachtet. Die Schiffe verteidigten mit der Kontrollfahrt die Rechte Chinas, zitierte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua die staatliche Ozean-Verwaltungsbehörde, in deren Auftrag die Boote unterwegs sind.

  Bei Xinhua hieß es zudem, Japan habe in den vergangenen Tagen wiederholt Vorfälle rund um die Inselgruppe provoziert und damit die "territoriale Integrität" Chinas schwer verletzt. Nach Angaben der japanischen Küstenwache wurden die Schiffe zum Verlassen des Gebiets aufgefordert, reagierten aber nicht.

  Die Inselgruppe - in China Diaoyu und in Japan Senkaku genannt - sorgt seit längerem für schweren politischen Streit. Beide Länder beanspruchen das Territorium jeweils für sich. Die Inseln liegen in fischreichen Gewässern, unter dem Ozean werden umfangreiche Gasvorkommen vermutet. Der Disput bedroht auch den Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Asiens. Viele japanische Firmen schlossen Filialen in China. In vielen Städten Chinas war es zu teilweise gewaltsamen anti-japanischen Protesten gekommen, nachdem die japanische Regierung jüngst trotz eindringlicher Warnungen Chinas einen Teil der Inselgruppe einem privaten, japanischen Besitzer abgekauft hatte.

  Die Beziehung zwischen den beiden Staaten ist bis heute von der japanischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg geprägt, bei der Millionen Chinesen getötet wurden.