Tokio/Peking. China rüstet seine Streitkräfte auf: Der erste Flugzeugträger der Volksrepublik wurde nun offiziell der Marine übergeben. Die angrenzenden Staaten, etwa Japan, Vietnam oder die Philippinen, schlagen Alarm: Sie haben mit China Gebietsstreitigkeiten im Ost- und Südchinesischen Meer. Für sie steigt mit der Aufrüstung Chinas das Bedrohungsszenario.

Es gibt aber auch Stimmen, die beschwichtigen: Man könne keinen direkten Zusammenhang zwischen dem derzeit schwelenden Inselstreit und dem Dienstbeginn des Flugzeugträgers sehen, erklärte ein Politologe aus Tokio.

China wiegelt alle Sorgen ab: Das Schiff soll vor allem für Ausbildungs- und Forschungszwecke genutzt werden. Der Schritt sei von großer Bedeutung "für den Ausbau der nationalen Verteidigung und für die Gesamtstärke des Landes", erklärte der Ministerpräsident der Volksrepublik, Wen Jiabao.

Im Streit um die Inselgruppe, die auf Japanisch Senkaku und Chinesisch Diaoyu genannt wird, hat sich nun neben Japan und China auch Taiwan eingeschaltet: Am Dienstag sind taiwanesische Schiffe ins japanische Hoheitsgewässer nahe der Inselgruppe eingedrungen. Die rund 40 Fischerboote wurden von acht Patrouillenschiffen begleitet. Die japanische Küstenwache vertrieb die Schiffe, indem sie diese mit Wasserkanonen beschoss.

Taiwan unterhält traditionell enge Beziehungen zu Japan. Es gab jedoch immer wieder Streitigkeiten über Fischfangrechte in der Region. Jetzt beansprucht Taiwan die Inseln für sich - genauso wie Japan und China.

Die Inselgruppe sorgt seit Längerem für Streit. Der jüngste Konflikt zwischen Japan und China wurde ausgelöst, als die japanische Regierung drei Inseln von einem privaten, japanischen Besitzer abkaufte. China sieht den Kauf als illegal an. In dem Gebiet gibt es reiche Fischgründe, auch Öl- und Gasvorkommen werden vermutet.

China bleibt bei seiner Position und will keine Kompromisse mit Japan eingehen, wie Regierungsvertreter erst kürzlich bei einem Treffen mit japanischen Politikern betonten.