In Erwartung einer größeren Kabinettsumbildung ist die japanische Regierung geschlossen zurückgetreten. Dies teilte der Sprecher von Ministerpräsident Yoshihiko Noda am Montag mit. Noda dürfte demnach noch im Laufe des Tages seine neue Regierungsmannschaft verkünden. - © APAweb/EPA/FRANCK ROBICHON
In Erwartung einer größeren Kabinettsumbildung ist die japanische Regierung geschlossen zurückgetreten. Dies teilte der Sprecher von Ministerpräsident Yoshihiko Noda am Montag mit. Noda dürfte demnach noch im Laufe des Tages seine neue Regierungsmannschaft verkünden. - © APAweb/EPA/FRANCK ROBICHON

Tokio. In Erwartung einer größeren Kabinettsumbildung ist die japanische Regierung geschlossen zurückgetreten. Dies teilte der Sprecher von Ministerpräsident Yoshihiko Noda am Montag mit. Noda dürfte demnach noch im Laufe des Tages seine neue Regierungsmannschaft verkünden.

  Medienberichten zufolge wird dem neuen Kabinett voraussichtlich auch Makiko Tanaka angehören, die Tochter des früheren Ministerpräsidenten Kakuei Tanaka, der vor 40 Jahren die Beziehungen zu Peking normalisiert hatte. Die 68-jährige war 2001 knapp ein Jahr lang Außenministerin unter dem damaligen konservativen Regierungschef Junichiro Koizumi, sie verfügt über gute Kontakte mit China. Ihr Eintritt ins Kabinett dürfte ein Signal an Peking sein, dass Japan den Streit um ein paar unbewohnte Inseln im Ostchinesischen Meer nicht weiter eskalieren lassen möchte.

  Noda war im vergangenen Monat als Vorsitzender der Demokratischen Partei (DPJ) wiedergewählt worden und hatte danach die Kabinettsumbildung angekündigt. Er ist seit einem Jahr im Amt, seine Umfragewerte sind jedoch im Keller, seit er eine drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer durchsetzte. Im Gegenzug zur Zustimmung der Opposition versprach er damals baldige vorgezogene Neuwahlen. Das neue Kabinett soll ihm vor der Neuwahl wieder zu größerer Popularität verhelfen. Der Chef der stärksten Partei ist in Japan traditionell zugleich Regierungschef.