Kampala/Wien.

Uganda ist wie so viele andere afrikanische Länder gesegnet: Es besitzt fruchtbaren Boden und jede Menge Rohstoffe, etwa Gold, Uranium, Öl und Gas. "Nennen Sie eine natürliche Ressource, wir haben sie", sagt der stellvertretende Direktor der Nationalen Planungsbehörde, Abel Rwendeire.

Doch für viele afrikanische Länder wurde der Rohstoffsegen schon zum Fluch. In Nigeria füttert der Ölexport nur eine kleine, reiche Elite, während die Bewohner in der Umgebung der Ölfelder mit verschmutzten Gewässern kämpfen, in denen die Fische sterben. Und im Kongo füllt der Mineralabbau oft die Taschen von Rebellengruppen, während die bitterarme Bevölkerung ständig vor neuen Kämpfen fliehen muss.

Uganda will es anders machen. Rwendeire präsentierte bei einem Wien-Besuch ehrgeizige Pläne für das Land, das heute, Dienstag, den 50. Jahrestag seiner Unabhängigkeit feiert. Bis 2040 will Uganda sein BIP pro Kopf von derzeit etwa 1300 US-Dollar auf 9500 erhöhen. Straßen sollen gebaut, Öl soll gefördert, die Landwirtschaft kommerzialisiert und das Schulwesen verbessert werden. Es sind ambitionierte und teure Projekte. Nur: Woher soll das arme Land das Geld nehmen?

Milliarden Barrel an Öl wurden entdeckt

Der einstige Rebell Yoweri Museveni bereitete seine Machtübernahme 1985 in Unterolberndorf vor. Heute begeht er als Präsident das Jubiläum des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit Ugandas. - © REUTERS
Der einstige Rebell Yoweri Museveni bereitete seine Machtübernahme 1985 in Unterolberndorf vor. Heute begeht er als Präsident das Jubiläum des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit Ugandas. - © REUTERS

Laut Rwendeire will die Regierung in Kampala erstens mit internationalen Krediten arbeiten und zweitens in Fünf-Jahres-Plänen die Wirtschaft Schritt für Schritt entwickeln. Dabei sollen zunächst die Felder gefördert werden, die schnell Geld abwerfen. Das Hauptaugenmerk gilt dabei dem Öl. Im Lake Albert wurden Ölvorkommen entdeckt, laut Rwendeire sind es bisher 3,4 Milliarden Barrel. Bald soll das Öl auch gefördert werden, chinesische und europäische Unternehmen, etwa Total, sind schon vor Ort. "Wir wollen aber nicht nur Öl exportieren, sondern auch eine Raffinerie im eigenen Land haben", betont Rwendeire bei einem vom "Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit" organisierten Hintergrundgespräch.

Doch gerade das Öl zieht oft Korruption an. Und diese wiederum ist ein Problem, das sich durch ganz Uganda zieht. Schulgebäude sind oft kleiner als geplant, in Krankenhäusern werden Reparaturen nicht durchgeführt, weil das Geld versickert ist. Eine andere Falle für Uganda bei seinen ehrgeizigen Plänen könnte die innere Stabilität werden. Die größte Ethnie bilden die Baganda, und diese haben in den vergangenen Jahren für Unruhen gesorgt, weil sie ihren König nicht genügend gewürdigt sehen. Zudem ist das Einkommen ungleich verteilt. Derzeit oszilliert das Wirtschaftswachstum zwischen fünf und acht Prozent. Doch das Wachstum konzentriert sich auf die Zentren und Eliten. Die Landbevölkerung ist arm wie je, mahnen NGOs.