Die Matratzen und Decken der Österreicher sind in Touline hoch willkommen, trotz Sonnenschein ist es sehr kalt. - © Schmölzer
Die Matratzen und Decken der Österreicher sind in Touline hoch willkommen, trotz Sonnenschein ist es sehr kalt. - © Schmölzer

Beirut. Das Hilfswerk Austria bereitet sich auf seinen Einsatz in Syrien vor, die Generalprobe findet im Libanon statt. Hier haben mehr als 170.000 Menschen Zuflucht vor dem mörderischen Gemetzel in ihrem Land gefunden. Die Österreicher unterstützen Tausende, sichern ihre Versorgung mit einigen lebensnotwendigen Gütern.

In Syrien wird der Krieg, so scheint es, mit jedem Tag erbitterter geführt. Mehr als 40.000 Menschen sind getötet worden, die Spitäler können keine Verletzten mehr aufnehmen, viele bleiben unversorgt.

Die Österreicher wollen an Ort und Stelle helfen - und das so rasch wie möglich. "Eigentlich sollten wir schon längst in Syrien sein, doch die militärische Lage und das Chaos haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht", erklärt Heidi Burkhart, Geschäftsführerin der humanitären Organisation.

"Wir sind keine leichtsinnigen Abenteurer"


Trotzdem: Die Vorbereitungen für den großen Einsatz sind getroffen: "Wir haben zahlreiche Kontakte zu Syrern in Homs, wir sind vorbereitet", so Burkhart.

"Wir wollen zunächst im psychosozialen Bereich helfen, schauen, dass die Leute aus dem Elend herauskommen, einen geregelten Tagesablauf haben und die Kinder in die Schule gehen. Dann leisten wir humanitäre Hilfe; dann können wir erst langsam an Wiederaufbau denken." Noch ist es nicht so weit, "frühestens in sechs Monaten. Wir sind keine leichtsinnigen Abenteurer", so Burkhart.

Zuvor wird im Südlibanon, in Tibnine, Ain Ibl und Touline, geholfen. Hier, in einem von UN-Checkpoints abgeriegelten Gebiet an der Grenze zu Israel stehen zahllose geflohene syrische Familien buchstäblich vo dem Nichts.

Das Hilfswerk verteilte vorerst insgesamt 353 Matratzen und Decken an 200 Familien. Die meisten, die hier notdürftig untergekommen sind, schlafen auf der nackten Erde. Der Winter ist empfindlich kalt, "ich brauche jede Nacht mindestens vier Decken", erklärt eine Helferin. Die Geflohenen haben nicht einmal eine. Die Verteilung der Hilfsgüter erfolgt geordnet, jeder wird registriert und zieht dann freudig mit seiner Matratze und den Decken ab.

Immer mehr Flüchtlinge strömen in den Südlibanon


Immer mehr syrische Flüchtlinge strömen in den Südlibanon, weil die Lebenshaltungskosten hier im Vergleich zum Rest des Landes geringer sind.