Moskau/Teheran/Wien. Während Russland Nordkorea unter Androhung von Sanktionen zum Verzicht auf das Atom- und Raketenprogramm auffordert, bekommt die Führung in Teheran im Atomstreit mit dem Westen Schützenhilfe aus Moskau. Bereits am Montag reiste der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi zu seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow und nahm dort an der Sitzung der russisch-iranischen Kommission für Handelszusammenarbeit teil.

Am Rande des Treffens bereiteten die befreundeten Minister die mit Spannung erwartete neue Verhandlungsrunde im Atomstreit zwischen dem Iran und dem Westen am 26. Februar in Alma-Ata (Kasachstan) vor. Bei den Besprechungen unterstrich die russische Führung mehrmals ihren Standpunkt in der Iran-Frage: Der Chef der Kommission für russisch-iranische Handelszusammenarbeit, Andrei Lugansky, erklärte am Dienstag, dass die einseitigen US-Wirtschaftssanktionen gegen den Iran bedrückend und kontraproduktiv seien und dass Russland derlei Maßnahmen keineswegs unterstütze. "Diese Sanktionen wurden der Islamischen Republik auf der Basis von unbelegten und unbegründeten Dokumenten aufgezwungen", empörte sich Lugansky. Nachsatz Lugansky: "Was wir dringend nötig hätten, wäre eine Lockerung der Sanktionen."

Moskau setzt sich schon seit Jahren mit Nachdruck dafür ein, dass der Atomstreit mit dem Iran durch Verhandlungen und Dialog gelöst wird; Russland hofft zudem auch auf Fortschritte bei den Gesprächen zwischen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien und dem Iran, die am heutigen Mittwoch fortgeführt werden.

"Völlig falscher Weg"


Russlands Chefdiplomat Lawrow hatte die Strafmaßnahmen gegen Teheran schon mehrfach als "gescheitert" und einseitige US- bzw. EU-Sanktionen als "den völlig falschen Weg, der den Konflikt nur verschärft" bezeichnet. Moskau und Teheran unterhalten enge Wirtschaftsbeziehungen und beschlossen bei dem Treffen den Ausbau ihrer bilateralen Zusammenarbeit im Energiebereich, im Transportwesen sowie im Finanz- und Banksektor.