Istanbul/Damaskus. Die meisten der in Syrien begangenen Kriegsverbrechen werden erst ans Tageslicht kommen, wenn der Krieg zu Ende ist. Einige der Gräueltaten gelangen aber schon jetzt an die Öffentlichkeit. So wie jene eines Kämpfers, der in einem Video festgehalten hat, wie er die Leiche eines Soldaten aufschlitzt. Anschließend sieht man, wie er dem Toten das Herz und die Leber aus dem Leib reißt und so tut, als würde er in das Herz beißen. Der Rebell beschimpft, während er die Leiche schändet, die religiöse Minderheit der Alawiten, der auch Präsident Bashar al-Assad angehört. Unklar blieb, wann und wo das Video entstand. Bei dem Kämpfer soll es sich um Khalid al-Hamad alias Abu Sakkar aus der Stadt Homs handeln, einem Kommandanten der Omar-al-Farouk-Brigade.

Die Opposition distanzierte sich am Dienstag von dem Horrorvideo. Ein Verbrechen bleibe ein Verbrechen, unabhängig davon, wer es verübt, erklärte das Oppositionsbündnis Nationale Syrische Koalition in Istanbul. Der Täter müsse vor Gericht gestellt werden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte zuvor erklärt, es sei nicht genug, derartige Verbrechen zu verurteilen. Die Täter müssten auch bestraft werden. Keine Bestätigung gab es für Berichte regimetreuer Kräfte, wonach Hamad inzwischen getötet worden sein soll.

Die diplomatischen Bemühungen, nach russisch-amerikanischem Vorschlag eine Syrien-Konferenz zur Beendigung des Bürgerkriegs auf die Beine zu stellen, laufen derweil. US-Außenminister John Kerry bekräftigte am Dienstag bei einem Besuch in Schweden, er erwarte, dass die Konferenz im Juni stattfinde. Russlands Präsident Wladimir Putin empfing den israelischen Premier Benjamin Netanyahu zu Gesprächen über Syrien.