Tokio. Mit den süffisanten Worten "It’s show time" in Anspielung auf die vielen Medienvertreter aus dem In- und Ausland, aber wohl auch auf den Gast selbst, einen ehemaligen TV-Star, eröffnete George Baumgartner, Präsident des AuslandskorrespondentenClubs in Tokio, eine der am besten besuchten Pressekonferenzen der letzten Jahre. Der Gast: Toru Hashimoto, der Bürgermeister von Osaka und Mitvorsitzender der nationalistischen Japan Restoration Party. Erst Ende letzter Woche hatte er seine Absicht bekanntgegeben, zu einigen seiner als sexistisch bewerteten Aussagen der letzten Wochen Stellung zu nehmen. Dass sich die Wogen glätten und die Kontroverse nach der fast dreistündigen Pressekonferenz ein Ende findet, ist angesichts weiterer umstrittener Aussagen nicht zu erwarten.

Hashimoto hatte vor allem Südkorea, aber auch seine Landsleute und speziell Frauen mit seiner Bemerkung erzürnt, dass die Zwangsprostitution von asiatischen Frauen im Zweiten Weltkrieg "nötig für die Entspannung der Soldaten" gewesen sei. Trotz der Forderungen von ehemaligen "Trostfrauen" - laut Schätzungen gab es in mehreren asiatischen Ländern 200.000 davon - nahm er seine Aussagen nicht zurück. Er sei falsch zitiert worden. Er forderte außerdem eine "Klarstellung" einiger Aussagen der "Kono-Erklärung" von 1993, in der sich Japan bei den "Trostfrauen", vor allem aus Südkorea, für den erlittenen Schmerz entschuldigte. Dabei stritt er ab, dass bewiesen sei, dass der japanische Staat und das Militär ein System der Zwangsprostitution betrieben hatten. Überhaupt sei Japan nicht die einzige Nation, die in Kriegszeiten Frauen sexuell missbraucht habe. Solche Verbrechen hätten auch die USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und Deutschland begangen.

Entschuldigung bei USA

Im Gegensatz zum Fall der "Trostfrauen" entschuldigte sich Hashimoto bei den USA für einen Fauxpas. Sie hatte er kürzlich erzürnt, als er dem US-Kommandeur auf Okinawa empfahl, dass US-Soldaten häufiger die örtlichen Bordelle nutzen sollten, "um ihre Kräfte im Zaum zu halten".

Premier Shinzo Abe, der vor Beginn seiner Regierungszeit noch davon gesprochen hatte, das Kono-Statement zu revidieren, distanzierte sich von den Aussagen Hashimotos. Kabinettssekretär Yoshihide Suga sagte, dass die Regierung derzeit keine Änderung des Kono-Statements beabsichtige.