Laut der nationalen Wahlkommission wurde der 89-jährige Präsident Robert Mugabe mit 61 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Allerdings wird das Votum vom Vorwurf der Wahlmanipulation begleitet. Morgan Tsvangirai von der Oppositionspartei "Bewegung für Demokratischen Wandel" (MDC) sprach von "Wahlfarce" und "Wahlbetrug" und will seine Vorwürfe vor dem Obersten Gericht vorbringen.

Einem Bericht der britischen Sonntagszeitung Sunday Times soll Simbabwes greiser Präsident den Sieg erkauft haben. Seine Partei Zanu-PF habe 500 Millionen Pfund (573,82 Mio. Euro) in Spenden von Bergbaufirmen erhalten, die von chinesischen Investoren und Kommandanten des nationalen Sicherheitsapparats kontrolliert werden, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Geheimdienstdokumente.

Chinesischen Unternehmen üben in dem südafrikanischen Land einen starken Einfluss aus. Mugabe gilt ihnen als Garant für günstige Schürfrechte, geringe steuerliche Belastung und laxe Überprüfung der Sicherheitsbestimmungen. Streiks der Bergarbeiter werden von den Behörden regelmäßig verboten, Erhebungen blutig niedergeschlagen.

Eine korrupte Vergabepraxis bei Schürfrechten beschert Mugabes Zanu-PF neben Geld auch Waffe aus China. Die strukturellen Voraussetzungen sind dieselben. wie man sie von den "Blutdiamanten"  in anderen afrikanischen Konfliktgebieten: Entgegen anderslautenden Beteuerungen musste die Armee vergangenes Jahr eingestehen, dass sie direkt an Minen beteiligt ist.

In einem Fall konnte sogar nachgewiesen werden, dass eine Firma aus Hongkong für Schürfrechte mit Spenden an den Geheimdienst Zimbabwes bezahlte.

Neben den offiziell genehmigten Minen wird in Simbabwe an zahlreichen Plätzen illegal Gold abgebaut. In den meisten Fällen sind auch hier chinesische Unternehmen involviert.

Im Gegensatz zur internationalen Kritik hat Südafrikas Präsident Jacob Zuma kein Problem mit dem Wahlergebnis im Nachbarstaat. Er forderte am Sonntag "alle politischen Parteien in Simbabwe auf, das Ergebnis der Wahlen zu akzeptieren". Die Wahlbeobachter hätten berichtet, so Zuma, dass "das Wahlergebnis dem Willen des Volkes entspricht". Mugabe hatte nur Kontrollore der  Afrikanischen Union (AU) und der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) zugelassen.

US-Außenminister John Kerry meinte, das Wahlergebnis entspreche nicht dem Wählerwillen. Bei den Wahlen und den Vorbereitungen dazu habe es Unregelmäßigkeiten gegeben. Auch die Vereinten Nationen und die EU zeigen sich besorgt.  Australiens Außenminister Bob Carr forderte am Sonntag, die Wahl zu wiederholen. Zuvor hatte schon Großbritannien deutliche Kritik geübt, und auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zeigte sich "besorgt". Sie verwies auf Berichte über eine "unvollständige Teilnahme" an der Abstimmung sowie "fehlende Transparenz" während des Wahlprozesses.

Die oppositionelle MDC hat bis Mittwoch Zeit, Beweise für Fälschungen beim Obersten Gerichtshof vorzulegen. Ihr Kandidat Tsvangirai forderte einen Sondergipfel der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft.

Er befand sich zuletzt in einer wenig handlungsfähigen Einheitsregierung mit Mugabe. Bei der Präsidentschaftswahl 2008 war er nach der ersten Runde vorne gelegen, musste seine Kandidatur aber nach blutigen Angriffen auf seine Anhänger zurückziehen. Nach der Wiederwahl Mugabes einigten sich die beiden Politiker damals auf eine Machtteilung.