Santiago de Chile. Am Rande des Gedenkens an den Militärputsch gegen Chiles sozialistischen Präsidenten Salvador Allende vor 40 Jahren hat es in der Hauptstadt Santiago de Chile und ihrer Umgebung Ausschreitungen gegeben. Mindestens 68 Menschen seien in der Nacht zum Mittwoch festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Demnach wurden unter anderem Autos und Barrikaden in Brand gesetzt. Die Behörden gaben allerdings an, mit mehr Gewalt gerechnet zu haben.

Der demokratisch gewählte Allende war am 11. September 1973 beim Angriff der Putschisten auf den Präsidentenpalast ums Leben gekommen. General Augusto Pinochet übernahm daraufhin die Macht, löste das Parlament auf und verbot die Arbeit politischer Parteien und Gewerkschaften.

Tausende Mordopfer

Die Militärdiktatur war für mehr als 3.200 Morde und rund 38.000 Fälle von Folter verantwortlich. Zahlreiche Menschen werden noch immer vermisst. Zu den Opfern gehörten linke Arbeiter ebenso wie kritische Intellektuelle und unbequeme Journalisten. Zehntausende Menschen wurden ins Exil getrieben.

Bei Gedenkveranstaltungen forderten in den vergangenen Tagen sowohl Chiles rechtskonservativer Staatschef Sebastian Pinera als auch die sozialistische Präsidentschaftskandidatin Michelle Bachelet eine lückenlose Aufklärung der Verbrechen während der Militärdiktatur der Jahre 1973 bis 1990.