Murmansk. Zwei Wochen nach dem spektakulären Greenpeace-Protest in der Arktis hat
die russische Justiz mehrere Umweltschützer als Piraten angeklagt.
Ermittler in der Stadt Murmansk leiteten gegen zunächst 14 der insgesamt
30 verhafteten Besatzungsmitglieder des Aktionsschiffs "Arctic Sunrise"
offiziell Verfahren wegen bandenmäßiger Piraterie ein, wie Greenpeace
am Mittwoch mitteilte. Den Vorwurf wies Greenpeace als "unzutreffend und illegal" zurück. Den Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Von russischer
Seite gab es zunächst keine Stellungnahme.

Das russische Gericht möchte offensichtlich keine Zeit verlieren. Am Mittwochvormittag berichtete Greenpeace noch von fünf Anklagen - darunter der freiberufliche Videoreporter Kieron Bryan aus Großbritannien. Der 28-jährige Brite sollte die Protestfahrt des Greenpeace-Schiffes "Arctic Sunrise" am 18. September aufnehmen.

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"Die Fotos, die während des Einsatzes gemacht wurden, beweisen, dass es sich um einen friedlichen Protest handelte", sagt Greenpeace-Direktor Kumi Naidoo in einer Aussendung. Darauf seien die Aktivisten mit erhobenen Armen zu sehen und es würden Waffen auf sie gerichtet. So sähen keine Piraten aus, sagt Naidoo.

Ihm zufolge handle es sich um die schwerste Bedrohung gegen Greenpeace-Aktivismus seit 1985. Damals ist ein Aktivist bei einem Anschlag auf das Schiff der Organisation "Rainbow Warrior" in Neuseeland ums Leben gekommen.