Die Gewinnoptimierung bei Transportunternehmen führt letztlich zum Ausschluss von Passagieren. Was man nach den einschneidenden Beschränkungen beim Gepäck vermuten konnte, wurde nun Gewissheit. Erst nach tagelangem Suchen fand ein schwergewichtiger Franzose eine Fluglinie, die ihn von den USA nach Europa brachte.

Zunächst hatten sowohl die Fluglinie British Airways als auch das Kreuzfahrtschiff Queen Mary 2 die Mitnahme des 22-Jährigen Kevin Chenais verweigert. Der 230 Kilogramm schwere Mann leidet an einer Hormonstörung. Am Dienstag konnte er schließlich mit einer Maschine der Virgin Airways nach  London fliegen.

Chenais war eineinhalb Jahre lang wegen einer Hormonstörung in Chicago behandelt worden, die seine Fettleibigkeit verursachte. Er kann sich nur im motorisierten Rollstuhl fortbewegen und muss ständig mit Sauerstoff versorgt werden. Am New Yorker John F. Kennedy Flughafen wurde Chenais dennoch gezwungen, aus dem Rollstuhl zu steigen. "Ich musste eine lange Strecke gehen, für mich ist es jedenfalls viel, mehr als zehn Meter."

British Airways wies Chenais zurück, weil sie ihn angeblich nicht icher unterbringen könne. Daraufhin wollte der junge Mann das Kreuzfahrtschiff Queen Mary 2 und reiste mit seiner Familie mit dem Zug von Chicago nach New York. Dort wurde ihnen aber nach Angaben des Vaters am Sonntag mitgeteilt, dass Kevin aus Gründen der "medizinischen Sicherheit" nicht an Bord dürfe.

Die Schiffsbesatzung habe ihn zurückgewiesen, "ohne mich überhaupt zu sehen, ohne es überhaupt zu versuchen", kritisierte Chenais. "Deshalb bin ich echt wütend - doppelt wütend, weil British Airways mich auch abgewiesen hat", kommentierte der junge Franzose seine Odyssee. Der nervlich stark mitgenommene Mann bedankte sich bei Virgin Airways, die ihn von New York aus gratis in der Economy Class mitgenommen habe: "Das war sehr nett von ihnen."