Jerusalem/Teheran/Genf. Israels Staatspräsident Shimon Peres hat sich nach der Einigung bei den Atomgesprächen mit dem Iran in Genf versöhnlich geäußert. "Ich möchte dem iranischen Volk sagen: Ihr seid nicht unsere Feinde und wir nicht eure", sagte Peres nach Angaben seines Büros am Sonntag. Es sei möglich, den Atomstreit mit diplomatischen Mitteln zu lösen. "Es ist in euren Händen."

  Teheran müsse Terrorismus verurteilen und sein Atomprogramm stoppen. Wenn eine diplomatische Lösung jedoch scheitern sollte, "wird die atomare Option mit anderen Mitteln verhindert", sagte Peres. "Die Alternative ist viel schlimmer." Israel hatte in der Vergangenheit wiederholt gedroht, gegebenenfalls militärisch gegen den Iran vorgehen zu wollen.

"Schlechtes Abkommen"

Zuvor hatte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu von einem "schlechten Abkommen" gesprochen. Außenminister Avigdor Lieberman sagte der israelischen Nachrichtenseite Ynet, es handele sich um "den größten diplomatischen Sieg des Irans in den letzten Jahren".

Es sei klar, dass die Vereinbarung es Teheran erlaube, weiter Uran anzureichern. Dies werde das Wettrüsten in der Region anheizen. "Die Iraner haben letztlich einen Preis bekommen", sagte Lieberman.

"Das Abkommen war und bleibt schlecht"

"Die im letzten Moment aufgenommenen Veränderungen sind unbefriedigend, das Abkommen war und bleibt schlecht", sagte auch Israels Geheimdienstminister Yuval Steinitz. Das Übergangsabkommen der Außenminister der UN-Vetomächte sowie Deutschlands mit Teheran werde ein Dauerabkommen erschweren.

Steinitz warf dem Iran vor, es führe den Westen in die Irre und dieser mache sich selbst etwas vor. "Trotz der Enttäuschung werden wir weiter auf unseren Positionen beharren und mit unseren Freunden in den USA und auf der ganzen Welt zusammenarbeiten, um ein umfassendes Abkommen zu erzielen", sagte Steinitz nach diesen Angaben. Israel befürchtet, dass Teheran auch nach einer Einigung weiter danach streben könnte, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen.