Tokio. Angesichts der wachsenden Spannungen im Territorialstreit mit China will Japan seine Beziehungen zu den südostasiatischen Ländern mit milliardenschweren Finanzhilfen stärken.

Zwar ging Ministerpräsident Shinzo Abe bei einem Gipfeltreffen mit den zehn Staaten des Asean-Bundes in Tokio nicht direkt auf die von China ausgerufene Luftverteidigungszone um eine von beiden Seiten beanspruchte Inselgruppe im ostchinesischen Meer ein. Doch sprachen sich die Staats- und Regierungschefs am Samstag geschlossen für die Freiheit der See- und Luftwege und die friedliche Lösung von Konflikten auf Basis internationalen Rechts aus. Zudem begrüßte Japan in der Gipfelerklärung Gespräche der Asean-Länder mit China über Verhaltensregeln in der Region. Abe kündigte daneben Finanzhilfen über umgerechnet rund 14 Milliarden Euro für den Staatenbund an.

Engere Beziehungen angestrebt

Japan versucht offenbar mit engeren Beziehungen zu den Asean-Ländern seine Stellung in der Region zu stärken, zumal auch mehrere Mitglieder der Staatengemeinschaft mit China über Hoheitsgebiete streiten. Allerdings haben die Asean-Staaten, zu denen Birma, Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam gehören, wegen Chinas wirtschaftlicher Bedeutung kaum Interesse direkt in einen diplomatischen Konflikt mit der Führung in Peking verwickelt zu werden. Neben Japan haben auch die USA und Südkorea das chinesische Vorgehen scharf kritisiert