Bei der Betonmauer, die Israel und das Westjordanland trennt, stieg der Papst für ein kurzes Gebet aus dem Auto. - © epa/Osservatore Romano
Bei der Betonmauer, die Israel und das Westjordanland trennt, stieg der Papst für ein kurzes Gebet aus dem Auto. - © epa/Osservatore Romano

Ramallah/Jerusalem. Papst Franziskus hat am Sonntag in Bethlehem die Staatsspitzen von Israel und Palästina überraschend zu einem Friedensgebet in den Vatikan eingeladen. Er spreche die Einladung an Shimon Peres und Mahmoud Abbas "an diesem Ort" aus, "wo der Friedensfürst geboren wurde", sagte der Papst.

Damit ist die Nahost-Reise des Kirchenoberhaupts politischer geworden als erwartet - stecken doch die Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina in einer Sackgasse, US-Außenminister John Kerry vermittelt bisher vergebens. Für die zweite Überraschung sorgten Peres und Abbas: Sie nahmen die Einladung des Papstes an. Das bestätigten die Büros der beiden Politiker laut israelischen Medienberichten. Ein Termin für das gemeinsame Gebet im Vatikan wurde noch nicht genannt. Da die Amtszeit des 90 Jahre alten Peres am 15. Juli endet, wird mit einem Treffen vor diesem Datum gerechnet.

Der Papst hat zudem in Bethlehem im Westjordanland ein Ende des Nahost-Konflikts und eine Zwei-Staaten-Lösung gefordert. Es sei an der Zeit, der Situation, die "immer unerträglicher" werde, ein Ende zu setzen, sagte Franziskus bei einem Treffen mit Abbas.

Danach legte der Papst auf dem Weg zum Krippenplatz in Bethlehem einen ungeplanten Zwischenstopp an der israelischen Sperranlage zum Westjordanland ein. Er stieg aus dem Papamobil und ging zu Fuß zur acht Meter hohen Mauer.