Bogota. Im Zeichen der laufenden Friedensverhandlungen mit der linksgerichteten FARC-Guerilla haben die Kolumbianer am Sonntag ihren künftigen Präsidenten gewählt. Amtsinhaber Juan Manuel Santos strebt eine zweite Amtszeit an, um die Verhandlungen mit den linken Guerilleros zum Ziel zu führen. Sein stärkster Widersacher, Ex-Wirtschaftsminister Oscar Ivan Zuluaga, will den Aussöhnungsprozess auf Eis legen.

Zuluaga wird von dem ehemaligen Präsidenten Alvaro Uribe (2002-2010) unterstützt. Der Gewinner der Präsidentschaftswahl wird im Kongress auf mehr oder weniger stabile Allianzen angewiesen sein. Bei den Parlamentswahlen vom März waren keine klare Mehrheiten zustande gekommen.

Die letzten Umfragen vor der Präsidentenwahl ergaben um die 29 Prozent jeden der beiden Spitzenkandidaten. Die Anwärter der linken Koalition Polo Democratico, der Grünen und der Konservativen Partei können mit jeweils etwa 10 Prozent der Stimmen rechnen. Santos und Zuluaga müssten sich demnach am 15. Juni einer Stichwahl stellen.

Die FARC und die kleinere Guerilla-Gruppe ELN haben eine Waffenruhe vom 20. bis zum 28. Mai ausgerufen, um die Wahlen nicht zu stören. Es herrsche absolute Ruhe am Wahltag, erklärte Polizeichef General Rodolfo Palomino am Sonntag dem Sender Radio Caracol.

Zur Wahl waren knapp 33 Millionen Bürger aufgerufen. Es wird jedoch mit einer hohen Stimmenthaltung gerechnet. Die ersten vorläufigen Ergebnisse werden um 20.00 Uhr Ortszeit (Montag 03.00 MESZ) erwartet.