Damaskus. Syriens Machthaber Bashar al-Assad hat die Präsidentschaftswahlen in seinem gespaltenen Land nach offiziellen Angaben mit 88,7 Prozent der Stimmen gewonnen. Die beiden Gegenkandidaten Hassan al-Nuri und Maher al-Hajjar kamen bei der alles andere als freien Wahl demnach auf 4,3 Prozent und 3,2 Prozent der Stimmen, teilte die Parlamentspräsidentschaft mit. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 erhielt Assad 97,3 Prozent der Stimmen, sieben Jahre danach waren es 97,6 Prozent. Für einen absolut regierenden Herrscher wie Assad sind die nun bekanntgegebenen 88,7 Prozent ein erstaunlich niedriger Wert. Gleichzeitig kann nicht damit gerechnet werden, dass das offizielle Ergebnis dem tatsächlichen entspricht. Auch hatten die Rebellen zum Boykott aufgerufen. Und gewählt werden konnte nur in jenen Gebieten, die von der Regierung kontrolliert werden.

"Fair und frei" versus "undemokratisch"


Dementsprechend zwiegespalten fielen die internationalen Reaktionen auf das Wahlergebnis aus. Russland, enger Verbündeter von Assad, war verzückt: Wahlbeobachter seien zu der Auffassung gelangt, dass die Abstimmung fair, frei und transparent verlaufen sei, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. "All die Länder, deren Politik bis jetzt lediglich der Stabilität Syriens geschadet hat, sollten nun die Entscheidung des syrischen Volkes respektieren und anerkennen", erklärte der ebenfalls mit dem syrischen Machthaber verbündete Iran.

Die EU hat die Wahl als unrechtmäßig und undemokratisch eingestuft. Auch die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industriestaaten, der G7, ließen keinen Zweifel an ihrer Ablehnung: "Es gibt für Assad keine Zukunft in Syrien." Sein Regime sei für den Tod von mehr als 160.000 Menschen verantwortlich.