Jerusalem/Washington. Israel untersucht Vorwürfe, Grenzpolizisten hätten einen palästinensischen US-Staatsbürger verprügelt. Justizministerin Tzipi Livni habe den Generalstaatsanwalt Yehuda Weinstein entsprechend angewiesen, berichteten israelische Medien am Sonntag. Das Justizministerium hatte am späten Samstag auch interne Ermittlungen der Polizei gegen die Beteiligten angekündigt.

Livni sprach nach Angaben der Zeitung "Maariv" von einer "sehr schwerwiegenden Tat von Männern in Uniform". Israelische Medien zeigten ein Video, auf dem zu sehen ist, wie Polizisten auf eine auf dem Boden liegende Person einschlagen und -treten. Es handelte sich den Berichten zufolge um den Cousin des 16-jährigen Palästinensers, der am Mittwoch tot aufgefunden wurde und laut vorläufigem Autopsiebericht bei lebendigem Leibe verbrannt ist. In sozialen Netzwerken kursierten am Sonntag Bilder des 15-jährigen Cousins mit geschwollenem Gesicht.

Das Washingtoner Außenministerium verlangte am Samstagabend eine rasche Untersuchung des Vorfalls. Israelische Medien zitierten Vertreter der Grenzpolizei mit dem Vorwurf, das Video sei "manipuliert" worden. Insgesamt seien bei dem Vorfall am Donnerstag sechs maskierte Palästinenser festgenommen worden, von denen drei mit Messern bewaffnet gewesen seien. Sie hätten sich der Festnahme widersetzt und die Polizisten angegriffen.