Viele Kleinkinder unter den Flüchtlingen vorn der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak sind nach Aussage eines deutschen Arztes vom Tod bedroht. "Pro Tag sterben etwa 20 Kinder", sagte der aus Hannover stammende Mediziner Hüseyin Bektaş am Freitag.

Der Chirurg der Medizinischen Hochschule Hannover leistet mit einer Gruppe vom Verband Kurdischer Ärzte in Deutschland humanitäre Hilfe in der Stadt Sacho (Zakho) nahe der Grenze zur Türkei. Der Ort beherbergt bereits zwischen 150.000 und 200.00 Flüchtlinge.


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Verband kurdischer Ärzte
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Bei Temperaturen um die 45 Grad Celsius und wenig Schatten leiden  vor allem Kleinkinder an Auszehrung. "In Deutschland würde ich 70 Prozent der Kinder sofort auf die Intensivstation schicken." Viele Kinder hätten schwerste Durchfallerkrankungen oder Lungenentzündungen. Die Ärzte kämpften zudem mit einer hohen Zahl an Patienten, auf einen Arzt kämen pro Tag 300 Patienten.

700 entführte Frauen

Der irakische Menschenrechtsminister Muhammad Shiya Sundani berichtete heute von neuen Verbrechen der IS. Die Dschihadisten sollen Hunderte schiitische Soldaten und Flugschüler in einer Militärbasis in Tikrit exekutiert haben. "Die Milizen der ISIS haben mehr als 690 jesidische und schiitische Frauen gekidnapped", erklärte der Minister. "Die Frauen werden in zwei gefängnissen in Schingal und in einer Schule in Tel Afar gefangen gehalten und gefoltert."

(dpa, APA, Rudaw, VkÄ)