Der Iran zeigt Bereitschaft zur Kooperation mit den USA im Kampf gegen die IS-Extremistenmiliz. Im Gegenzug verlangt die Führung in Teheran allerdings Zugeständnisse des Westens in den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, wie die Nachrichtenagentur Reuters von hochrangigen iranischen Regierungsvertretern erfuhr.

"Der Iran ist ein sehr einflussreiches Land in der Region und kann im Kampf gegen IS helfen", sagte einer davon. Eine Unterstützung dürfe aber keine Einbahnstraße sein. "Man gibt etwas, man bekommt etwas", ergänzte er. IS sei eine Gefahr für die Weltsicherheit. Aber das iranische Nuklearprogramm sei dies nicht, es sei friedlich. Westliche Diplomaten sagten jedoch, in den Atomgesprächen sollten keine weiteren Themen auf den Tisch kommen.

Offiziell haben die USA und der Iran eine militärische Zusammenarbeit ausgeschlossen. Doch US-Außenminister John Kerry hatte kürzlich gesagt, der Iran müsse eine Rolle bei der Abwehr von IS spielen. Der iranische Präsident Hassan Rohani (Rouhani) hatte IS für die Enthauptung von Geiseln scharf kritisiert. Er wird in der neuen Woche zur UNO-Vollversammlung in New York erwartet, wo der IS zentrales Thema sein dürfte.

Ebenfalls in New York waren am Freitag die Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich) sowie Deutschlands wieder aufgenommen worden. Diese Länder verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines Atomprogramms zur Stromerzeugung und für medizinische Zwecke Kernwaffen zu entwickeln. Die Islamische Republik streitet das ab, lässt aber eine lückenlose internationale Kontrolle seiner Atomanlagen nicht zu. Der Westen hat deshalb Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängt.