Kobane. Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hat alle Kurden zum bedingungslosen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufgerufen. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, aus der Stadt Ain al-Arab (Kurdisch: Kobane) an der türkischen Grenze seien insgesamt mehr als 150.000 meist kurdische Syrer vor dem Vormarsch des IS geflohen. Nicht alle Flüchtlinge seien bereits in die Türkei gekommen.

"Jetzt ist die Zeit, unsere Ehre zu verteidigen", zitierte die PKK-nahe Agentur Firat am Montag aus einer Mitteilung. "Der Widerstand sollte keine Grenze kennen." Den IS-Terroristen werde es nicht gelingen, Ain al-Arab einzunehmen, "welche Kräfte auch immer hinter ihnen stehen und wie groß ihre Waffen auch sind".

Im Westen der Hauptstadt Bagdad haben IS-Kämpfer unterdessen 40 Soldaten getötet, teils mit Selbstmordattentaten.

Die westliche Welt schockiert ein Aufruf der IS-Führung an ihre Anhänger in Europa und den USA, wahllos Zivilisten auf offener Straße zu töten. IS-Unterstützer sollen ohne großen logistischen Aufwand oder monatelange Anschlagsplanung einfach losgehen und den Nächstbesten auf der Straße überfahren oder erstechen. In Sachen Angst-Propaganda hat IS schon lange eine erschreckende Kompetenz erlangt. Der Mordaufruf wurde nicht nur auf Arabisch, sondern auch auf Englisch, Französisch und Hebräisch verbreitet.

Per Video droht eine IS-nahe Gruppe Jund al-Khilifa mit der Ermordung einer französischen Geisel in Algerien binnen 24 Stunden, sollte Paris nicht seine Luftangriffe gegen den IS im Irak stoppen.

Die internationale Anti-IS-Koalition aus 40 Ländern könnte sich nun vergrößern. Russlands Präsident Wladimir Putin erwägt, sich daran zu beteiligen. Putin hat am Montag mit seinem Sicherheitsrat über eine Zusammenarbeit mit anderen Staaten beraten.