Amman. Das jordanische Staatssicherheitsgericht hat den früheren Osama-bin-Laden-Vertrauten Abu Qatada (Katada) von Terrorvorwürfen freigesprochen. Der Vorsitzende Richter sagte am Mittwoch in einer vom Fernsehen übertragenen Sitzung, die Beweise gegen den radikalen Prediger seien unzureichend. Das Gericht ordnete zudem seine sofortige Freilassung an.

Die Anklage hatte Abu Qatada vorgeworfen, in die Planungen für Anschläge auf Touristen verstrickt gewesen zu sein. Bereits Ende Juni war der 53-Jährige von dem Vorwurf freigesprochen worden, in den 1990er Jahren an der Planung von Angriffen auf Regierungsgebäude und westliche diplomatische Einrichtungen beteiligt gewesen zu sein.

Abu Qatada war im Juli 2013 nach einem mehr als zehn Jahre dauernden Rechtsstreit von der britischen Justiz an Jordanien ausgeliefert worden. Der Palästinenser aus Bethlehem mit jordanischem Pass hatte seit 1993 in der britischen Hauptstadt gelebt, wo er politisches Asyl erhalten hatte. Dort machte er sich als radikaler Prediger und Ideologe des weltweiten Jihad einen Namen.