Ankara/Kobane. Der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan stellt der türkischen Regierung Bedingungen. Sollten die Extremisten in der überwiegend von Kurden bewohnten syrischen Grenzstadt Kobane ein Massaker verüben, werde die Kurdische Arbeiterpartei PKK den Friedensprozess mit der türkischen Führung beenden, erklärte Öcalan.

Seine Stellungnahme wurde am Donnerstag von einer der PKK nahestehenden Delegation verbreitet, die Öcalan am Mittwoch im Gefängnis besucht hatte. Das türkische Parlament soll nach dem Willen der Regierung im Laufe des Tages die Armee zu einer Intervention in Syrien und im Irak bevollmächtigen. Eine Annahme gilt angesichts der großen Mehrheit der Regierungspartei AKP als sicher.

"Ich rufe jeden in der Türkei, der nicht will, dass der Friedensprozess und der Weg zur Demokratie zusammenbricht, auf, für Kobane Verantwortung zu übernehmen", erklärte Öcalan. IS-Kämpfer belagern seit mehr als zwei Wochen Kobane im Norden Syriens. Mehr als 150.000 syrische Kurden sind in die Türkei geflohen. Die IS-Miliz geht mit brutaler Gewalt gegen Kritiker und Andersgläubige vor. Gegen die Miliz, die bereits große Teile in Syrien und im Irak unter Kontrolle hat, kämpfen in Kobane kurdische Volksverteidigungseinheiten (YPG), die mit der PKK verbündet sind.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte im Jahr 2012 den Friedensprozess mit der PKK angestoßen, um den 30 Jahre dauernden Kampf militanter Kurden für mehr Rechte zu beenden. Die Türkei, die USA und die Europäische Union haben die PKK als Terrorgruppe eingestuft. Öcalan sitzt seit 15 Jahren in der Türkei wegen Hochverrats, Mordes und Bildung einer terroristischen Vereinigung in Haft.