Kobane/Ankara. Der ranghohe Anführer der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), Cemil Bayik, fordert eine internationale Vermittlung zur Lösung des Kurden-Problems. Diese "dritte Partei" könnten die USA sein, sagte Bayik in einem Gespräch mit der Tageszeitung "Der Standard", das in einem geheimen PKK-Lager in den irakischen Kandil-Bergen nahe der Grenze zum Iran geführt wurde.

Bayik beschuldigte die Türkei laut einer Voraus-Aussendung des "Standard", trotz offizieller Erklärungen nicht an einer politischen Lösung mit den Kurden interessiert zu sein. Im aktuellen Konflikt mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien spiele Ankara ein doppeltes Spiel. Einerseits unterstütze es die IS, andererseits lasse es kurdische Kämpfer zur Unterstützung der Verteidiger von Kobane über die Grenze nach Syrien.

Türkei unter Druck der USA

Auch auf Druck der USA hin habe die Türkei inzwischen ihre Taktik geändert und hoffe, dass die Teilnahme kurdischer Peschmerga am Kampf um Kobane die Kurden spalte. Bayik führt die PKK und deren militärischen Flügel in Vertretung von Abdullah Öcalan, der seit 1999 in der Türkei inhaftiert ist.

Die PKK wird von den USA und vielen anderen Ländern als Terrororganisation eingestuft. Ihre syrische "Schwesterpartei" YPG wird laut Bayik von den USA auch mit Waffen unterstützt. In Kobane sind am Wochenende Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak und schwere Waffen zur Verstärkung der Verteidiger eingetroffen. Die USA flogen neue Luftangriffe auf IS-Stellungen.