Frankfurt. Angesichts des brutalen Vorgehens der Islamistenmiliz IS auch gegen westliche Zivilisten versichern immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter gegen Entführungen. Dabei gehe es um sogenannte Kidnap&Ransom-Versicherungen, die in Deutschland von sechs Unternehmen angeboten würden, darunter die Allianz, HDI Gerling und Ergo, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

Sie sähen Deckungssummen von drei bis maximal 50 Millionen Euro vor und deckten die Kosten für Verhandlungen und Lösegeldzahlungen. Seitdem im Internet Videos von Enthauptungen westlicher Geiseln durch die radikale Miliz Islamischer Staat kursierten, "ist das Interesse an diesen Versicherungen explosionsartig gestiegen", sagte Anne Deiter, Expertin für Entführung und Erpressung beim Versicherungsmakler AON, dem Blatt.

In Deutschland seien bisher mehr als tausend solcher Versicherungen abgeschlossen worden, die bis zu 250.000 Euro im Jahr kosteten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise.

Erneut soll die Dschihadistengruppe ein Geisel, den US-Bürger Peter Kassig enthauptet haben. Das behaupten sie in einem im Internet veröffentlichten Video.