Bangkok. Nach der Machtübernahme durch das Militär in Thailand könnte es bis zu einer Parlamentswahl länger dauern als bisher angenommen. Es sei wahrscheinlich, dass der Urnengang nicht bereits im kommenden Jahr, sondern erst im Jahr 2016 stattfinden werde, sagte der stellvertretende Regierungschef, General Prawit Wongsuwon, am Donnerstag vor Journalisten.

"Wenn die Verfassung fertig ist, wird die Wahl stattfinden", gab er an. Kurz zuvor äußerte sich bereits Finanzminister Sommai Phasee entsprechend.

Vom Kriegsrecht zur Übergangsregierung

Die thailändische Armee hatte nach monatelangen politischen Unruhen mit fast 30 Toten am 20. Mai das Kriegsrecht verhängt und zwei Tage später die Macht im Land übernommen. Sie setzte die Verfassung außer Kraft und kündigte an, frühestens im Herbst 2015 ein neues Parlament wählen zu lassen. Bis dahin sollen von einer Übergangsregierung unter Führung von Armeechef Prayut Chan-o-Cha politische Reformen durchgesetzt und ein Verfassungsentwurf erarbeitet werden.