Wien/Lima. Die Ergebnisse des UN-Weltklimagipfels in Lima haben in Österreich unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Während Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) ein "positives Resümee" zog, zeigten sich Grüne und Umweltschutzgruppen enttäuscht.

Rupprechter zufolge wurde bei dem Gipfel "eine tragfähige Basis für die Erarbeitung eines globalen Klimavertrages geschaffen". Dieser soll bei der kommenden Weltklimakonferenz im Dezember 2015 in Paris beschlossen werden. "Alle müssen an einem Strang ziehen. Dabei setzen wir alles daran, auch die USA, China und Russland mit ins Boot zu holen. Es steht uns ein intensives Verhandlungsjahr bevor", betonte der Ressortchef.

Ein "wichtiger Erfolg" konnte zudem bei der internationalen Klimafinanzierung verzeichnet werden. Über den "Green Climate Fund" wollen die teilnehmenden Staaten Klimaschutzprojekte finanzieren. Österreich wird sich seitens des Bundes mit 25 Millionen Dollar daran beteiligen, Bundesländer und Wirtschaft sollen noch einmal 25 Millionen Dollar beisteuern.

"Besorgniserregend schwach"

Die Grünen haben das Ergebnis des Klimagipfels als "besorgniserregend schwach" kritisiert. "Es sind nur Babyschritte in Richtung eines Weltklimavertrages gemacht worden", so Umweltsprecherin Christiane Brunner. "Um Paris erfolgreich abschließen zu können, müssen noch wichtige Verhandlungsschritte gesetzt werden", so Brunner.

"In Lima sollten die Fundamente für den Weltklimavertrag von Paris 2015 gelegt werden, doch es wurde nicht einmal die Baugrube fertig gestellt", sagte Martin Kaiser, Leiter des internationalen Klimateams von Greenpeace. Der "mühsam errungene Kompromiss ist enttäuschend, denn er verschiebt die wichtigsten Streitpunkte auf nächstes Jahr, statt erste Lösungen zu beschließen."

Auch der WWF zeigte sich enttäuscht: Der UN-Klimagipfel erfüllte nicht die in ihn gesetzten Erwartungen. "Es gibt keinen Grund zum Feiern. Die Verhandlungen der letzten Tage haben gezeigt, wie groß die Differenzen insbesondere zwischen vielen Industriestaaten und den sich entwickelnden Ländern noch sind, und dass der Weg nach Paris noch sehr steinig sein wird", so die Beurteilung von WWF-Klimareferent Karl Schellmann.

"Minimalstkompromiss"

"Das Ergebnis von Lima ist besorgniserregend schwach und bleibt weit hinter den Erwartungen und Notwendigkeiten zurück, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen", unterstrich auch Global 2000-Geschäftsführerin Leonore Gewessler. Der erzielte "Minimalstkompromiss" würde den Herausforderungen des Klimawandels "auch nicht nur annähernd gerecht" werden.

Kritisiert wurde von Brunner und den Umweltschutzorganisationen zudem der Beitrag von Österreich am UN-Klimafonds. Die zugesagten 25 Millionen Dollar seien verglichen mit anderen Ländern viel zu gering.