Washington. Im Sog des billigen Öls fallen nun auch in den USA die Preise. Sie sanken im Jänner zum Vorjahr um 0,1 Prozent und damit erstmals seit Oktober 2009, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Anders als in der Euro-Zone, wo die Preise zuletzt um 0,4 Prozent purzelten und die Notenbank mit Niedrigzins und einer Geldschwemme die Konjunktur beleben will, brummt die US-Wirtschaft allerdings. Die Zentralbank Federal Reserve erwägt daher eine Zinswende, obwohl ihr die Lage an der Preisfront noch Sorge bereitet. Sie strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an, ist von diesem Ziel nunmehr aber meilenweit entfernt. Mit James Bullard forderte dennoch ein führender Notenbanker, die Märkte auf ein baldiges Ende des geldpolitischen Krisenmodus einzustimmen.

Mehr Geld für Konsum


Die Spritpreise fielen im Jänner um 18,7 Prozent - derart kräftig sind sie seit Dezember 2008 nicht mehr ins Rutschen geraten. Dies bedeutet, dass die Konsumenten mehr Geld zur Verfügung haben und Firmen entlastet werden. Die Fed hält den Leitzins seit Ende 2008 und damit dem Höhepunkt der Finanzkrise auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Sie treibt mit dieser lockeren Geldpolitik seit Jahren die Märkte an. Doch Arbeitsmarkt und Wirtschaft laufen mittlerweile wieder rund, sodass die Zeit der ultraniedrigen Zinsen in absehbarer Zeit zu Ende gehen dürfte. Die Märkte rechnen frühestens Mitte des Jahres damit.

Wenn es nach Bullard geht, sollte die Fed bereits im März damit beginnen, den Weg für eine geldpolitische Straffung zu ebnen. Dann könne ein wichtiges Signalwort im Begleittext zum Zinsentscheid gestrichen werden, sagte der Chef der Notenbank von St. Louis dem TV-Sender CNBC. Die Fed hatte im Jänner angekündigt, die Abkehr vom Krisenmodus "geduldig" angehen zu wollen.